BOYA Notra Neo: Mein IFA-Fund für smartere Notizen

Boya Notra Neo

IFA-Fund 2026: Wie ein kleiner KI-Recorder bei Gesprächen, Interviews und Messe-Terminen zum praktischen Begleiter werden kann.

Manchmal sind es auf einer Messe nicht die großen, spektakulär präsentierten Produkte, die am Ende besonders im Gedächtnis bleiben. Bei meinem Rundgang über die IFA 2026 in Berlin war das bei mir der BOYA Notra Neo.

Das kleine Gerät ist mir zunächst gar nicht als großes Highlight aufgefallen. Es ist kompakt, leicht und wirkt eher wie ein kleines technisches Zubehör als wie ein Gerät, das meinen Arbeitsalltag verändern könnte. Je länger ich mich aber mit dem Konzept beschäftigt habe, desto interessanter fand ich die Idee dahinter: ein kleiner Recorder, der nicht nur aufnimmt, sondern mir anschließend hilft, aus Gesprächen verwertbare Informationen zu machen.

Genau deshalb ist der Notra Neo für mich einer dieser typischen IFA-Funde, bei denen man erst auf den zweiten Blick erkennt, was eigentlich dahintersteckt.

Klein genug, um ihn einfach mitzunehmen

Was mir beim Notra Neo sofort gefällt, ist seine Größe. Mit 63 × 63 Millimetern, nur etwa 8 Millimetern Dicke und rund 34,5 Gramm Gewicht nimmt er kaum Platz weg.

Das klingt zunächst nach einer technischen Nebensache. In der Praxis ist es für mich aber ein wichtiger Punkt.

Ein Gerät, das ich erst aus einer Tasche kramen, einschalten und umständlich positionieren muss, würde ich vermutlich irgendwann nicht mehr mitnehmen. Der Notra Neo verschwindet dagegen problemlos in der Tasche und ist damit genau dann zur Hand, wenn sich spontan ein interessantes Gespräch ergibt.

Praktisch ist dabei auch die magnetische Halterung. Damit lässt sich der Notra Neo schnell und unkompliziert befestigen. Einen passenden magnetischen Ring legt BOYA bereits dem Lieferumfang bei. Dadurch kann der Recorder beispielsweise auch an einem Smartphone oder einer geeigneten Oberfläche befestigt werden.

Für mich ist das gerade unterwegs ein kleines, aber durchaus nützliches Detail: Der Notra Neo muss nicht irgendwo lose auf dem Tisch liegen, sondern lässt sich bei Bedarf schnell an der gewünschten Stelle positionieren.

Gerade auf einer Messe passiert das ständig.

Man trifft jemanden am Stand, kommt mit einem Produktmanager ins Gespräch oder bekommt nebenbei eine Information, die man später unbedingt noch einmal braucht. Früher hätte ich versucht, mir ein paar Stichworte ins Smartphone zu tippen. Dabei ist aber genau das passiert, was eigentlich vermieden werden soll: Ich war mit dem Notieren beschäftigt, statt richtig zuzuhören.

Einfach aufnehmen und weiter zuhören

Genau an diesem Punkt finde ich den Ansatz des Notra Neo interessant.

Die Bedienung ist auf möglichst wenig Ablenkung ausgelegt. Aufnahme starten und anschließend das Gespräch führen – mehr muss ich zunächst nicht tun.

Für mich ist das vor allem bei Interviews interessant. Wenn ich gleichzeitig Fragen stellen, zuhören und Notizen machen muss, geht schnell eine wichtige Aussage verloren. Mit einem Recorder kann ich mich stärker auf mein Gegenüber konzentrieren.

Natürlich bedeutet das nicht, dass ich anschließend blind dem Transkript vertraue. Namen, Zahlen und Fachbegriffe würde ich weiterhin kontrollieren. Aber die Aufnahme dient als zusätzliche Sicherheit und als Grundlage für die spätere Nachbereitung.

Drei Aufnahmesituationen

BOYA hat den Notra Neo für unterschiedliche Szenarien ausgelegt. Er kann Umgebungsgeräusche und Gespräche aufnehmen, ist für Telefonate vorgesehen und unterstützt auch Aufnahmen über Bluetooth.

Für die Umgebungsaufnahme setzt BOYA auf zwei MEMS-Mikrofone und einen VCS-Sensor. Der Hersteller gibt eine 360-Grad-Aufnahme bis etwa fünf Meter an.

Ich finde gerade die unkomplizierte Ausrichtung interessant. Bei einem Gespräch möchte ich nicht ständig überlegen müssen, ob das Gerät jetzt exakt in die richtige Richtung zeigt.

Auf einer Messe ist das besonders praktisch: Mal sitze ich einem Gesprächspartner gegenüber, mal stehen mehrere Personen um einen Tisch herum. Je weniger Gedanken ich mir über die Technik machen muss, desto besser.

Erst bei der Nachbereitung zeigt sich der eigentliche Nutzen

Der spannendste Teil des Notra Neo kommt für mich allerdings erst nach der Aufnahme.

Ein normaler Audiorekorder liefert mir eine Audiodatei. Das ist zunächst einmal alles.

Der Notra Neo will einen Schritt weitergehen. Die Aufnahme kann transkribiert werden, anschließend lassen sich beispielsweise Zusammenfassungen, Aufgabenlisten oder Mindmaps erzeugen. Auch eine Sprechererkennung und die Suche nach Informationen in bereits aufgenommenen Gesprächen gehören zum Konzept.

Das verändert den Umgang mit den Aufnahmen.

Statt mir vorzustellen, dass ich irgendwann später eine einstündige Audiodatei komplett anhören muss, kann ich die KI-Aufbereitung als Ausgangspunkt für meine Nacharbeit verwenden.

Gerade bei einer Messe mit vielen Gesprächen kann das einen deutlichen Unterschied machen.

Mein persönlicher Messe-Anwendungsfall

Ich stelle mir den Notra Neo nach einem langen Messetag ungefähr so vor:

Im Laufe des Tages entstehen mehrere Aufnahmen – eine Produktvorstellung hier, ein Gespräch dort, vielleicht noch ein kurzes Interview. Am Abend habe ich nicht nur einen Ordner voller Audiodateien, sondern kann mir die wichtigsten Inhalte strukturiert aufbereiten lassen.

Das ist für mich der Punkt, an dem aus einem Diktiergerät ein Arbeitswerkzeug wird.

Ich muss nicht jede Information sofort während des Gesprächs festhalten. Ich kann mich zunächst auf das Gespräch konzentrieren und die eigentliche Sortierarbeit anschließend erledigen.

Gerade für redaktionelle Arbeit finde ich diesen Ansatz spannend.

Auch außerhalb der Messe sinnvoll

Je länger ich über das Gerät nachdenke, desto weniger sehe ich den Notra Neo eigentlich als reines Messe-Gadget.

Auch im Alltag gibt es genügend Situationen, in denen ich lieber zuhören würde, anstatt permanent mitzuschreiben.

Meetings sind ein gutes Beispiel. Nach einer Besprechung geht es oft nicht nur darum, was gesagt wurde, sondern auch darum, welche Aufgaben daraus entstehen.

Wenn aus einer Aufnahme anschließend eine Zusammenfassung und eine Liste von To-dos entsteht, habe ich bereits einen großen Teil der Nachbereitung erledigt.

Ähnlich sehe ich den Einsatz bei Interviews, Seminaren, Vorträgen oder längeren Gesprächen.

Die Mitgliedsstufen

Für die KI-Funktionen bietet BOYA verschiedene Mitgliedsstufen an: Starter, Pro und Ultimate.

Der Starter-Tarif ist derzeit kostenlos und deckt bereits zahlreiche grundlegende Funktionen des Notra Neo ab. Dazu gehören unter anderem:

  • Transkription der aufgenommenen Gespräche
  • Sprechererkennung
  • Zusammenfassungen von Aufnahmen
  • Mindmaps zur übersichtlichen Aufbereitung der Inhalte
  • Übersetzungsfunktionen
  • Textbearbeitung
  • Audioimport
  • verschiedene Exportmöglichkeiten
  • Zugriff über App und Web
  • eine Auswahl an Vorlagen für die Aufbereitung der Inhalte

Damit bietet bereits der kostenlose Starter-Tarif mehr als die reine Aufnahmefunktion. Die aufgezeichneten Gespräche lassen sich direkt weiterverarbeiten und beispielsweise für Notizen, Nachbereitungen oder redaktionelle Arbeiten nutzen.

Mit Pro kommen erweiterte Möglichkeiten und ein größeres Transkriptionskontingent hinzu. Ultimate richtet sich an Nutzer, die den Funktionsumfang besonders intensiv nutzen möchten und unter anderem unbegrenzte Transkription benötigen.

Für mich ist dabei ein wichtiger Punkt: Ich muss beim Einstieg nicht zwangsläufig sofort eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abschließen. Wer den Notra Neo nur gelegentlich bei Veranstaltungen, Interviews oder einzelnen Gesprächen einsetzt, kann zunächst mit dem derzeit kostenlosen Starter-Tarif arbeiten.

Wer dagegen täglich viele Gespräche aufzeichnet und umfangreicher mit den KI-Funktionen arbeitet, dürfte eher von den erweiterten Mitgliedsstufen profitieren.

20 Stunden Aufnahme – mehr als genug für einen Messetag

Auch bei der Akkulaufzeit macht der kleine BOYA einen durchaus praktischen Eindruck. BOYA gibt bis zu 20 Stunden kontinuierliche Aufnahme an. Der Akku besitzt eine Kapazität von 610 mAh.

Für einen typischen Messetag sollte das mehr als ausreichend sein.

Der interne Speicher fällt mit 8 GB allerdings deutlich kleiner aus als beim größeren BOYA Notra. Für mich ist das kein grundsätzliches Problem, solange die Aufnahmen anschließend zuverlässig übertragen und verarbeitet werden können.

Denn letztlich möchte ich das Gerät nicht als dauerhaftes Archiv verwenden. Ich möchte aufnehmen, die Informationen verarbeiten und anschließend mit meinem eigentlichen Arbeitsmaterial weiterarbeiten.

Was mir am Konzept besonders gefällt

Je mehr ich mich mit dem Notra Neo beschäftige, desto klarer wird für mich, dass die eigentliche Besonderheit gar nicht in der Hardware steckt.

Das Gerät selbst ist fast unspektakulär.

Und genau das ist vielleicht seine Stärke.

Es soll möglichst wenig Aufmerksamkeit verlangen. Ich möchte nicht mit einem komplizierten Aufnahmegerät hantieren, sondern es einfach dabeihaben und benutzen.

Die interessante Arbeit passiert danach: aus Sprache wird Text, aus Text wird eine Zusammenfassung und aus der Zusammenfassung entsteht im besten Fall eine brauchbare Arbeitsgrundlage.

Das ist für mich der eigentliche Mehrwert.

Mein Fazit: Ein kleiner IFA-Fund mit praktischem Potenzial

Der BOYA Notra Neo ist für mich ein gutes Beispiel dafür, warum sich ein genauer Blick auf kleinere Messeneuheiten lohnt.

Ich hätte ihn auf der IFA 2026 problemlos als weiteres kleines Audio-Gadget abhaken können. Tatsächlich steckt dahinter aber ein Konzept, das ich im Alltag durchaus sinnvoll finde.

Vor allem die Kombination aus kompakter Hardware, unkomplizierter Aufnahme und anschließender KI-Aufbereitung macht den Notra Neo interessant.

Für mich wäre er weniger ein Gerät, das ich jeden Tag bewusst in die Hand nehme. Vielmehr ist er ein Begleiter, der möglichst unauffällig in der Tasche liegt und genau dann zum Einsatz kommt, wenn ich mich auf ein Gespräch konzentrieren möchte.

Und vielleicht ist genau das die beste Eigenschaft eines solchen Geräts: Es nimmt mir nicht das Gespräch ab – es nimmt mir lediglich die Sorge, später etwas Wichtiges vergessen zu haben. Als IFA-Fund 2026 bleibt der BOYA Notra Neo deshalb bei mir definitiv hängen.


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