Auf der IFA 2026 haben wir am Stand von Dahua nicht nur die Hero B1 entdeckt. Auch die kleine Cube A1 ist uns aufgefallen. Sie ist deutlich kompakter und verfolgt einen etwas anderen Ansatz: einfache Innenraumüberwachung, intelligente Erkennung und vor allem eine Funktion, die uns besonders interessant erscheint – ein eigener Privacy-Modus, mit dem sich die Kamera auf Knopfdruck aus der Überwachung nehmen lässt.
Wer sich auf der IFA mit moderner Überwachungstechnik beschäftigt, merkt schnell, dass sich die Kameras in den vergangenen Jahren stark verändert haben. Es geht längst nicht mehr nur darum, ein Bild aufzunehmen und dieses irgendwo abzuspeichern.
Heute gehören Smartphone-Zugriff, intelligente Bewegungserkennung, Zwei-Wege-Kommunikation und Datenschutzfunktionen genauso dazu.
Genau in diesem Bereich bewegt sich die Dahua Cube A1.
Die Kamera gehört zur Wireless-Serie von Dahua und wurde vom Hersteller speziell für den Einsatz in Innenräumen vorgestellt. Gemeinsam mit der Hero B1, Picoo B1 und Picoo A2 wurde sie 2024 als Erweiterung der Wireless-Serie präsentiert.
Klein, unauffällig und schnell aufgestellt
Der erste Eindruck der Cube A1 ist ziemlich unspektakulär – und das ist durchaus positiv gemeint.
Die Kamera ist klein und lässt sich dadurch relativ unauffällig in einem Raum platzieren. Statt einer großen professionellen Überwachungskamera bekommt man ein kompaktes Gerät, das eher wie eine typische moderne WLAN-Kamera für den privaten oder kleineren gewerblichen Bereich wirkt.
Das Konzept dahinter ist klar: aufstellen, verbinden und anschließend über die App auf das Kamerabild zugreifen.
Dahua setzt dabei auf die DMSS-App, über die sich die Kamera verwalten und das Livebild betrachten lässt. Auch die Kommunikation mit Personen im überwachten Raum ist möglich.
Für einen Computer Club wie Media 2000 ist gerade diese unkomplizierte Herangehensweise interessant. Wir haben schließlich nicht überall die Möglichkeit oder den Wunsch, eine komplette professionelle Kameraanlage aufzubauen.
Manchmal reicht eine kleine Kamera, die genau das macht, was man braucht.
3 Megapixel für den Innenraum
Bei der Bildtechnik setzt die Cube A1 auf einen 3-Megapixel-Sensor. Die maximale Auflösung liegt bei 2304 × 1296 Pixeln. Die Kamera arbeitet mit einem F2.0-Objektiv und bietet einen horizontalen Bildwinkel von 99 Grad.
Damit ist sie für typische Innenräume ordentlich aufgestellt.
Ob Schreibtisch, kleiner Raum, Eingangsbereich oder ein bestimmter Technikplatz – der relativ große Bildwinkel hilft dabei, einen brauchbaren Bereich mit einer einzelnen Kamera abzudecken.
Für uns ist dabei weniger die reine Pixelzahl entscheidend. Viel interessanter ist, wie sich die Kamera im tatsächlichen Raum verhält.
Denn gerade bei Innenraumkameras kommt es darauf an, dass Gesichter und Bewegungen auch dann noch vernünftig erkennbar bleiben, wenn der Raum nicht optimal ausgeleuchtet ist.
Auch bei Dunkelheit nicht blind
Für Situationen mit wenig Licht bringt die Cube A1 eine Infrarotbeleuchtung mit.
Dahua gibt eine IR-Reichweite von bis zu etwa zehn Metern an. Die Kamera kann dabei automatisch zwischen Tag- und Nachtbetrieb umschalten.
Das ist für eine Innenraumkamera absolut sinnvoll.
Denn gerade wenn eine Kamera beispielsweise einen Raum auch nachts überwachen soll, möchte man nicht jedes Mal vorher die Beleuchtung einschalten.
Die Umschaltung erfolgt automatisch und das Kamerabild kann auch bei Dunkelheit weiter genutzt werden.
Menschen und Haustiere erkennen
Wie bei der Hero B1 setzt Dahua auch bei der Cube A1 auf eine intelligente Erkennung.
Die Kamera unterstützt eine KI-basierte Erkennung von Menschen und Haustieren. Dahua nennt dabei ausdrücklich die Erkennung von Menschen sowie Katzen und Hunden.
Das ist im Alltag wesentlich interessanter, als es zunächst klingt.
Eine klassische Bewegungserkennung kennt schließlich nur „Da bewegt sich etwas“.
Eine intelligente Erkennung versucht dagegen zu unterscheiden, ob sich tatsächlich eine Person oder beispielsweise ein Haustier im Bild befindet.
Gerade wenn man eine Kamera länger laufen lässt und Benachrichtigungen auf das Smartphone bekommt, kann das einen deutlichen Unterschied machen.
Statt bei jeder kleinen Bewegung alarmiert zu werden, lässt sich die Überwachung gezielter auf relevante Ereignisse ausrichten.
Die Funktion, die uns besonders interessiert: Privacy Mode
Bei vielen Kameras kommt irgendwann die Frage auf:
Was passiert eigentlich, wenn wir gerade nicht überwacht werden möchten?
Genau hier setzt eine der interessanteren Funktionen der Cube A1 an.
Dahua stattet die Kamera mit einem One-click Privacy Mode aus. Mit einem Tastendruck lässt sich damit der Privatsphärenmodus aktivieren. Dahua beschreibt diese Funktion ausdrücklich als Möglichkeit, die Privatsphäre zu schützen und eine Weitergabe beziehungsweise Erfassung von Informationen zu verhindern.
Das finden wir ausgesprochen sinnvoll.
Denn eine Kamera, die permanent in einem Wohnraum, Büro oder Clubraum steht, kann schnell zu einem komischen Gefühl führen.
Selbst wenn niemand etwas zu verbergen hat, möchte man nicht unbedingt ständig von einer Kamera beobachtet werden.
Mit einem physischen beziehungsweise direkt an der Kamera ausgelösten Privacy-Modus gibt es eine einfache Möglichkeit, die Überwachung bewusst zu unterbrechen.
Gerade in einem Clubraum, in dem sich regelmäßig verschiedene Menschen aufhalten, ist das ein Punkt, den wir deutlich wichtiger finden als irgendeine zusätzliche Bildoptimierung.
Zwei-Wege-Kommunikation
Die Cube A1 kann aber noch mehr als nur Bilder liefern.
Über die Kamera ist auch Zwei-Wege-Kommunikation möglich. Mikrofon und Lautsprecher sind integriert, sodass über die DMSS-App mit einer Person im Raum gesprochen werden kann.
Das macht die Kamera wesentlich vielseitiger.
Man könnte beispielsweise kurz mit jemandem sprechen, der sich im Raum befindet, ohne zusätzlich anzurufen.
Auch bei einer Veranstaltung könnte das interessant sein.
Oder ganz einfach zu Hause: Man schaut über die App nach dem Rechten und kann direkt mit der Person vor Ort sprechen.
Natürlich ist die Audiofunktion nicht mit einem professionellen Gegensprechsystem vergleichbar. Für kurze Kommunikation reicht dieser Ansatz aber völlig aus.
Speicherung auf Speicherkarte
Interessant ist auch, dass die Cube A1 nicht zwingend auf eine ausschließlich cloudbasierte Lösung angewiesen ist.
Die technischen Unterlagen nennen einen microSD-Kartensteckplatz für Karten bis zu 256 GB. Damit können Aufnahmen auch lokal gespeichert werden.
Für uns als Computer Club ist das ein wichtiger Punkt.
Lokale Speicherung bedeutet, dass man nicht für jede einfache Kameraaufzeichnung zwingend eine zusätzliche externe Speicherlösung benötigt.
Natürlich muss man auch hier genau überlegen, welche Aufnahmen tatsächlich gespeichert werden sollen und wie lange.
Denn gerade bei Kameras sollte nicht einfach alles aufgezeichnet und anschließend monatelang aufgehoben werden.
WLAN statt Netzwerkkabel
Die Cube A1 ist für den drahtlosen Einsatz ausgelegt und unterstützt WLAN nach IEEE 802.11 b/g/n/ax im 2,4-GHz-Bereich. Als Stromversorgung reichen laut Datenblatt 5 Volt bei 1 Ampere.
Damit bleibt die Installation relativ einfach.
Ein Stromanschluss wird benötigt, ein Netzwerkkabel dagegen nicht.
Das kann gerade bei einer nachträglichen Installation ein großer Vorteil sein. Nicht überall möchte man erst ein Netzwerkkabel quer durch den Raum ziehen.
Für unseren Club bedeutet das gleichzeitig, dass wir die Kamera problemlos in unsere bestehende WLAN-Umgebung integrieren und uns anschauen können, wie stabil sie sich im praktischen Betrieb verhält.
Interessant für unseren Computer Club
Wie bei vielen Geräten, die wir auf der IFA entdecken, stellen wir uns natürlich die Frage: Wo könnten wir die Cube A1 bei Media 2000 sinnvoll einsetzen?
Da gibt es tatsächlich mehrere Möglichkeiten.
Ein kleiner Technikbereich wäre denkbar. Auch ein Clubraum oder ein Raum, in dem sich während Veranstaltungen verschiedene Dinge abspielen, könnte interessant sein.
Besonders spannend finden wir aber die Kombination aus intelligenter Erkennung und Privacy Mode.
Denn gerade in einem Club ist nicht immer jemand da. Gleichzeitig finden aber regelmäßig Veranstaltungen, Workshops und Treffen statt.
Eine Kamera könnte also grundsätzlich dann aktiv sein, wenn der Raum unbeaufsichtigt ist – und bei einer Veranstaltung bewusst in den Privacy-Modus versetzt werden.
Damit wird aus einer Überwachungskamera ein Gerät, bei dem man den Datenschutz etwas stärker in den Mittelpunkt rücken kann.
Datenschutz bleibt trotzdem wichtig
Der Privacy Mode ist eine gute technische Möglichkeit, ersetzt aber natürlich nicht den verantwortungsvollen Umgang mit einer Kamera.
Wenn Menschen in einem Raum aufgezeichnet werden, müssen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte berücksichtigt werden.
Gerade bei Veranstaltungen oder in gemeinsam genutzten Räumen sollte deshalb klar sein, ob und wann eine Kamera aktiv ist und was mit den Aufnahmen passiert.
Eine technische Funktion kann hier unterstützen – die Entscheidung über einen sinnvollen und rechtmäßigen Einsatz bleibt aber beim Betreiber.
Für uns gehört dieser Punkt deshalb ganz selbstverständlich zu einem Kameratest dazu.
Unser Eindruck von der Cube A1
Die Cube A1 ist eine interessante kleine Kamera, die nicht versucht, mit möglichst vielen komplizierten Funktionen zu beeindrucken.
Stattdessen konzentriert sich Dahua auf einige Dinge, die im Alltag tatsächlich sinnvoll sein können.
Dazu gehören die 3-Megapixel-Auflösung, Nachtüberwachung mit IR, Personen- und Haustiererkennung, Zwei-Wege-Audio, lokale Speicherung per microSD und natürlich der One-click Privacy Mode.
Gerade der Privacy Mode bleibt bei uns dabei besonders hängen.
Denn bei einer Kamera im eigenen Wohnraum oder in einem gemeinsam genutzten Raum sollte Datenschutz nicht erst nachträglich als Zusatzfunktion betrachtet werden.
Die Möglichkeit, die Kamera bei Bedarf bewusst in einen privaten Zustand zu versetzen, ist deshalb ein sinnvoller Ansatz.
IFA-Entdeckung mit Potenzial
Die Cube A1 war für uns auf der IFA 2026 ein schönes Beispiel dafür, dass es nicht immer die größte und technisch komplizierteste Kamera sein muss.
Manchmal ist eine kleine Kamera interessanter, wenn sie einfach funktioniert und sich auf die wichtigen Funktionen konzentriert.
Bei uns wird die Cube A1 jedenfalls noch genauer unter die Lupe genommen.
Wir wollen uns insbesondere anschauen, wie sich die Bildqualität im Alltag schlägt, wie zuverlässig die Erkennung arbeitet, wie gut die DMSS-App funktioniert und natürlich, wie praktisch der Privacy Mode tatsächlich ist.
Denn genau da beginnt für uns ein richtiger Test:
Nicht das Datenblatt entscheidet, sondern wie sich ein Gerät im echten Leben verhält.
Und genau das werden wir uns bei der Dahua Cube A1 jetzt einmal genauer anschauen.








