HOVERAir X1 PRO im Test – wenn die Kamera plötzlich selbst fliegen kann

HOVERAir X1 Pro

Drohnen waren lange Zeit vor allem etwas für Technikbegeisterte, die sich mit Fernsteuerungen, Flugmodi und komplizierten Einstellungen beschäftigen wollten. Mit der HOVERAir X1 PRO geht der Hersteller einen etwas anderen Weg. Die kleine Flugkamera soll vor allem einfach sein: Aufklappen, einschalten, Modus auswählen und loslegen.

Genau das hat uns an der HOVERAir X1 PRO besonders interessiert. Kann eine kleine, gerade einmal rund 191 Gramm leichte Drohne wirklich gute Videoaufnahmen machen und gleichzeitig so einfach zu bedienen sein, dass man nicht erst zum Drohnenpiloten werden muss?

Klein, leicht und erstaunlich unkompliziert

Schon beim ersten Kontakt fällt auf, wie kompakt die HOVERAir X1 PRO ist. Zusammengeklappt lässt sie sich bequem transportieren und findet schnell in einer Tasche oder einem Rucksack Platz. Damit ist sie ein interessanter Begleiter für Ausflüge, Spaziergänge, Wanderungen oder Veranstaltungen.

Das Besondere an der X1 PRO ist aber vor allem das Bedienkonzept. Man muss nicht zwangsläufig zuerst eine klassische Fernsteuerung in die Hand nehmen. Die Drohne kann direkt aus der Hand gestartet werden und führt anschließend verschiedene automatische Flugprogramme aus.

Die HOVERAir X1 PRO ist damit weniger eine klassische Drohne, bei der man ständig selbst steuern muss. Vielmehr fühlt sie sich wie eine kleine, intelligente Kamera an, die plötzlich selbstständig fliegen kann.

Die eigenen Aufnahmen einmal aus einer anderen Perspektive

Wer kennt das nicht? Man ist unterwegs, möchte ein schönes Video machen – und am Ende fehlt immer die Person hinter der Kamera. Genau hier spielt die HOVERAir X1 PRO ihre Stärke aus.

Mit ihren automatischen Flug- und Verfolgungsmodi kann sie einer Person folgen und dabei unterschiedliche Perspektiven erzeugen. Ob von vorne, hinten oder aus einer etwas größeren Entfernung: Die kleine Flugkamera versucht, das Motiv selbstständig im Bild zu behalten.

Das macht besonders bei Spaziergängen, Wanderungen oder anderen Aktivitäten Spaß. Man muss nicht ständig eine zweite Person bitten, ein Video aufzunehmen. Stattdessen kann die Kamera selbstständig mitfliegen.

Natürlich funktioniert das nicht unter allen Bedingungen perfekt. Wie bei jeder automatischen Verfolgung kann die Umgebung eine wichtige Rolle spielen. Bäume, Hindernisse oder unübersichtliche Situationen können die Aufnahme beeinflussen. Trotzdem ist der Eindruck im Alltag sehr positiv: Gerade für spontane Videos ist die automatische Verfolgung eine der interessantesten Funktionen der X1 PRO.

4K und erstaunlich viel Technik im kleinen Gehäuse

Technisch ist die HOVERAir X1 PRO deutlich mehr als nur ein kleines Spielzeug. Sie kann Videos in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Für Zeitlupenaufnahmen steht außerdem Full HD mit höheren Bildraten zur Verfügung. Ein 1/2-Zoll-Sensor und eine Stabilisierung mit zweiachsigem Gimbal und elektronischer Bildstabilisierung sollen für möglichst ruhige Aufnahmen sorgen.

Gerade bei normalen Tageslichtaufnahmen macht die X1 PRO einen guten Eindruck. Für Social Media, Erinnerungsfilme oder kurze Videos von unterwegs bietet sie eine Bildqualität, die für viele Anwender vollkommen ausreichend sein dürfte.

Man sollte allerdings keine professionelle Filmkamera in Miniatur erwarten. Bei schwierigen Lichtverhältnissen oder besonders anspruchsvollen Aufnahmen zeigen sich natürlich die Grenzen eines so kleinen Geräts. Auch Fachtests sehen die Stärken vor allem in der einfachen Bedienung, der automatischen Verfolgung und dem kompakten Konzept, während Flugzeit und Bildqualität nicht in jeder Situation mit deutlich größeren und teureren Kameradrohnen mithalten können.

Start und Landung auf der Hand

Eine Funktion, die besonders viel Spaß macht, ist der Handstart. Die HOVERAir X1 PRO kann direkt aus der Handfläche starten und später wieder dort landen. Gerade weil die Propeller von einem Schutzrahmen umgeben sind, wirkt das Konzept deutlich unkomplizierter als bei vielen klassischen Drohnen.

Trotzdem sollte man hier natürlich immer vorsichtig sein. Auch eine kleine und leichte Drohne bleibt ein fliegendes technisches Gerät mit schnell drehenden Propellern. Der Schutzrahmen ist zwar ein großer Vorteil, ersetzt aber nicht den verantwortungsvollen Umgang mit der Technik.

Unser Eindruck: Nach kurzer Eingewöhnung ist die Bedienung erstaunlich einfach. Genau hier liegt wahrscheinlich eine der größten Stärken der X1 PRO.

16 Minuten Flugzeit – in der Praxis schneller vorbei als gedacht

Die maximale Flugzeit gibt der Hersteller mit bis zu 16 Minuten an. In der Praxis hängt die tatsächliche Flugzeit natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Wind, Flugmodus, Geschwindigkeit, Temperatur und die Art der Aufnahme können eine Rolle spielen.

Für kurze automatische Clips ist diese Flugzeit durchaus ausreichend. Viele interessante Aufnahmen entstehen schließlich innerhalb weniger Sekunden oder Minuten. Wer allerdings länger unterwegs ist und mehrere Aufnahmen machen möchte, sollte über zusätzliche Akkus nachdenken.

Gerade bei einem Ausflug kann es schnell passieren, dass man plötzlich noch eine weitere Perspektive ausprobieren möchte. Und dann ist der Akku natürlich genau dann leer, wenn man gerade die beste Idee für das nächste Video hat.

Nicht nur für Technikfans

Was uns an der HOVERAir X1 PRO besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass sie auch Menschen anspricht, die bisher mit Drohnen wenig anfangen konnten.

Man muss kein erfahrener Modellflugpilot sein, um erste interessante Aufnahmen zu machen. Die automatische Steuerung nimmt einem viele Aufgaben ab und ermöglicht es, schnell zu guten Ergebnissen zu kommen.

Das heißt natürlich nicht, dass man sich überhaupt nicht mit dem Fliegen beschäftigen muss. Ganz im Gegenteil: Gerade weil die Drohne so einfach zu bedienen ist, besteht vielleicht die Gefahr, dass man vergisst, dass für Drohnen auch rechtliche Vorschriften gelten.

Und damit kommen wir zu einem wichtigen Thema.

Die rechtliche Seite – vorher unbedingt selbst informieren!

Auch wenn die HOVERAir X1 PRO klein und leicht ist, handelt es sich nicht einfach um ein Spielzeug. Sie ist eine Drohne beziehungsweise Flugkamera und unterliegt daher den jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen.

Die X1 PRO wird in Europa als C0-Drohne angeboten und liegt mit rund 191,5 Gramm unter der Grenze von 250 Gramm. Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass man sie überall einfach starten und fliegen lassen darf.

Vor dem ersten Flug sollte man sich deshalb unbedingt selbst über die aktuell geltenden Vorschriften informieren. Dazu gehören beispielsweise Fragen wie:

  • Muss der Betreiber registriert werden?
  • Ist eine Haftpflichtversicherung erforderlich?
  • Muss die Betreiber-ID an der Drohne angebracht werden?
  • Darf an dem geplanten Ort überhaupt geflogen werden?
  • Gibt es Flugverbotszonen oder andere örtliche Einschränkungen?
  • Darf man dort Menschen oder Gebäude aufnehmen?
  • Ist in der konkreten Situation eventuell ein EU-Kompetenznachweis erforderlich?

Gerade beim Thema „Drohnenführerschein“ gibt es häufig Missverständnisse. Bei kleinen Drohnen unter 250 Gramm kann die rechtliche Situation je nach Drohnenklasse und Einsatz durchaus anders sein als bei größeren Drohnen. Deshalb sollte man nicht einfach davon ausgehen, dass unter 250 Gramm automatisch bedeutet, dass keinerlei Regeln gelten oder niemals ein Kompetenznachweis erforderlich ist.

Unser ganz klarer Rat lautet deshalb: Vor dem ersten Flug selbst recherchieren und die aktuell geltenden gesetzlichen Regelungen überprüfen.

Dieser Testbericht stellt keine Rechtsberatung dar. Vorschriften können sich ändern, und die tatsächlichen Anforderungen hängen unter anderem vom Einsatzort und der jeweiligen Nutzung ab.

Auch Privatsphäre ist ein wichtiges Thema

Neben den eigentlichen Flugregeln sollte man auch an andere Menschen denken. Eine Kamera, die automatisch durch die Luft fliegt, kann schnell Aufmerksamkeit erregen. Nicht jeder möchte unbedingt gefilmt oder fotografiert werden.

Deshalb sollte man mit der HOVERAir X1 PRO – wie mit jeder Kameradrohne – verantwortungsvoll umgehen. Nicht einfach über fremde Grundstücke fliegen, Menschen ohne Grund aufnehmen oder dort starten, wo andere gefährdet oder gestört werden könnten.

Technik macht besonders dann Spaß, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird.

Unser Fazit zur HOVERAir X1 PRO

Die HOVERAir X1 PRO ist eine interessante kleine Flugkamera, die einen anderen Ansatz verfolgt als viele klassische Drohnen. Ihre große Stärke ist die einfache Bedienung. Aufklappen, starten und eine automatische Aufnahme machen – das funktioniert angenehm unkompliziert.

Besonders gut gefallen uns die automatischen Verfolgungsmodi. Dadurch lassen sich Videos erstellen, bei denen man selbst im Bild bleibt, ohne ständig eine zweite Person als Kameramann oder Kamerafrau zu benötigen.

Auch die kompakte Bauform ist ein echter Vorteil. Die HOVERAir X1 PRO lässt sich leicht mitnehmen und ist deshalb gerade für spontane Aufnahmen unterwegs interessant.

Natürlich gibt es auch Grenzen. Die Flugzeit von bis zu 16 Minuten ist nicht besonders lang, und bei schwierigen Wetter- oder Lichtverhältnissen sollte man keine Wunder erwarten. Für professionelle Filmproduktionen gibt es leistungsfähigere Systeme.

Aber das ist auch gar nicht unbedingt das Ziel der X1 PRO.

Sie richtet sich unserer Meinung nach vor allem an Menschen, die unkompliziert gute und kreative Videoaufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven machen möchten. Für Ausflüge, Spaziergänge, Wanderungen, kleine Veranstaltungen oder einfach für den Spaß an neuer Technik ist die HOVERAir X1 PRO ein spannendes Gerät.

Unser Eindruck nach dem Test ist deshalb sehr positiv: Die HOVERAir X1 PRO macht aus dem Anwender nicht plötzlich einen professionellen Drohnenpiloten – aber sie kann ihm ziemlich schnell das Gefühl geben, einen eigenen kleinen Kameramann in der Luft zu haben.

Und genau das macht ihren besonderen Reiz aus.

Aber bitte immer daran denken: Erst informieren, dann fliegen. Auch bei einer kleinen Drohne wie der HOVERAir X1 PRO sollten die aktuellen gesetzlichen Vorschriften, mögliche Versicherungs- und Registrierungspflichten, Flugverbotszonen und gegebenenfalls die Anforderungen an einen Kompetenznachweis vorher selbst recherchiert und überprüft werden.


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