Kopfhörer gibt es auf der IFA 2026 natürlich jede Menge. Aber manchmal bleibt man bei einem Produkt stehen, weil es etwas anders macht als die anderen. Genau das ist uns beim neuen Soundcore Liberty 5 Pro Max passiert.

Wir waren auf der IFA 2026 bei Anker unterwegs und haben uns natürlich auch die Audioprodukte angeschaut. Dabei ist uns das Soundcore Liberty 5 Pro Max aufgefallen.
Auf den ersten Blick sieht es nach einem hochwertigen True-Wireless-In-Ear aus. Doch spätestens beim Ladecase wird klar: Hier steckt deutlich mehr dahinter.
Denn das Ladecase besitzt ein großes 1,78-Zoll-AMOLED-Display und bringt damit Funktionen auf den Kopfhörer, für die man normalerweise das Smartphone aus der Tasche holen müsste.

Noch interessanter wird es durch einen integrierten KI-Notizassistenten, der Gespräche, Meetings, Interviews oder Vorträge aufnehmen und anschließend transkribieren und zusammenfassen kann.
Wir fanden das auf der IFA 2026 so interessant, dass wir uns das Liberty 5 Pro Max genauer anschauen und auch selbst testen können.
Ein Ladecase, das plötzlich zum kleinen Computer wird
Fangen wir mit dem ungewöhnlichsten Teil an: dem Ladecase.
Bei den meisten True-Wireless-Kopfhörern ist das Case eigentlich nur eines – eine Ladestation mit Akku.
Beim Liberty 5 Pro Max sieht die Sache anders aus.
Auf der Vorderseite beziehungsweise im Deckel sitzt ein 1,78 Zoll großes AMOLED-Display. Darüber lassen sich verschiedene Funktionen des Systems direkt bedienen.



Musik steuern, Einstellungen verändern, Informationen zum Kopfhörer anzeigen oder bestimmte Funktionen aufrufen – vieles davon funktioniert direkt über das Case.
Damit wird das Ladecase fast zu einer kleinen Fernbedienung für die Kopfhörer.
Und das ist tatsächlich praktisch.
Wenn das Smartphone gerade in der Tasche steckt, muss man nicht jedes Mal erst das Telefon herausnehmen, die App öffnen und dort nach der gewünschten Funktion suchen.
Der KI-Notizassistent ist das eigentliche Highlight
Noch interessanter wird das Ganze für uns aber beim KI-Notizassistenten.
Das Liberty 5 Pro Max kann über das integrierte Mikrofon des Ladecases Gespräche in der Umgebung aufnehmen.
Das kann beispielsweise ein Meeting sein, ein Interview, eine Besprechung oder ein Vortrag.
Anschließend kann das System daraus ein Transkript erstellen und mit Hilfe von KI wichtige Punkte, Zusammenfassungen und Aufgaben herausarbeiten.
Für uns als Media 2000 ist das natürlich besonders interessant.
Wir sind auf Messen unterwegs, sprechen mit Herstellern, führen Gespräche und sammeln jede Menge Informationen. Da kann es schnell passieren, dass man nach mehreren Stunden nicht mehr genau weiß, welcher Ansprechpartner was gesagt hat.
Mit dem KI-Notizassistenten lässt sich so ein Gespräch später noch einmal strukturiert nachvollziehen.
Soundcore weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass die Aufnahmefunktion für persönliche Gespräche, Meetings, Vorträge und Interviews in der Umgebung gedacht ist. Online-Meetings, Telefonate oder Videotelefonate werden darüber nicht aufgenommen.
Natürlich gilt auch hier: Bei Aufnahmen von Gesprächen sollte man immer die entsprechenden rechtlichen Vorgaben und insbesondere die Zustimmung der Gesprächspartner beachten.
Aus Gespräch wird Text
Die eigentliche Arbeit übernimmt anschließend die Software.
Aus der Aufnahme wird ein Text erstellt. Die KI kann daraus wiederum eine Zusammenfassung erzeugen und wichtige Punkte beziehungsweise To-dos herausarbeiten.
Soundcore nennt dafür beispielsweise Transkription, Zusammenfassung und Action Items.
Damit ist das Liberty 5 Pro Max nicht mehr nur ein Kopfhörer.
Es wird ein kleines Werkzeug für unterwegs.
Gerade bei einem Messetag könnte das interessant sein: Gespräch führen, Aufnahme starten und später aus den vielen Gesprächen eine strukturierte Zusammenfassung erstellen.
Für unsere Arbeit auf der IFA ist das definitiv eine Funktion, die wir genauer ausprobieren wollen.
Und natürlich sind es immer noch Kopfhörer
Bei allen Zusatzfunktionen darf man aber nicht vergessen, was das Liberty 5 Pro Max eigentlich ist: ein hochwertiger kabelloser In-Ear-Kopfhörer.
Soundcore setzt auf 9,2-mm-Treiber mit Wollpapier-Bio-Membran. Der Frequenzbereich reicht laut Hersteller von 10 Hz bis 40 kHz. Unterstützt werden SBC, AAC und LDAC.
Damit richtet sich das Liberty 5 Pro Max nicht nur an Menschen, die unterwegs telefonieren wollen, sondern auch an diejenigen, denen guter Klang wichtig ist.
Und Soundcore hat dafür eine ganze Reihe von Möglichkeiten eingebaut.
HearID 5.0 passt den Klang an
Eine der Funktionen, die wir bei Soundcore schon länger interessant finden, ist die Möglichkeit, den Klang individuell anzupassen.
Beim Liberty 5 Pro Max kommt HearID 5.0 zum Einsatz.
Dabei wird das persönliche Hörprofil berücksichtigt und der Klang entsprechend angepasst. Zusätzlich kommen KI-gestützte Funktionen zur Klangoptimierung hinzu.
Das Ziel ist relativ einfach: Nicht jeder hört gleich und nicht jeder mag den gleichen Klang.
Warum sollte also jeder mit exakt derselben Abstimmung hören?
Über die Soundcore-App lässt sich der Klang außerdem weiter anpassen. Wer lieber kräftige Bässe mag oder einen neutraleren Klang bevorzugt, kann entsprechend nachjustieren.
ANC 4.0 gegen den Lärm
Auf einer Messe ist Noise Cancelling natürlich ein besonders interessantes Thema.
Denn eine Messehalle kann ziemlich laut sein.
Menschen unterhalten sich, Lautsprecher laufen, Maschinen demonstrieren ihre Funktionen und irgendwo ist immer etwas los.
Das Liberty 5 Pro Max verfügt über Adaptive ANC 4.0 mit einem 360-Grad-System und acht MEMS-Mikrofonen.
Soundcore gibt an, dass der neue Thus-KI-Chip dabei bis zu 384.000 Signale pro Sekunde verarbeitet. Dadurch soll das Noise Cancelling besonders schnell auf Veränderungen der Umgebung reagieren können.
Das Ziel ist klar: störende Umgebungsgeräusche möglichst stark reduzieren, ohne dass man ständig selbst Einstellungen vornehmen muss.
Gerade im Flugzeug, in der Bahn, im Büro oder eben auf einer Messe kann das ein echter Vorteil sein.
Und wenn wir die Umgebung hören wollen?
Natürlich möchte man nicht immer komplett von der Außenwelt abgeschottet sein.
Deshalb gibt es auch einen Transparenzmodus.
Damit können Umgebungsgeräusche wieder bewusst zugelassen werden.
Das ist beispielsweise praktisch, wenn man auf der Straße unterwegs ist, kurz mit jemandem sprechen möchte oder am Bahnhof auf eine Durchsage wartet.
Statt die Kopfhörer herauszunehmen, kann man einfach den entsprechenden Modus aktivieren.
Der Thus-KI-Chip
Eine zentrale Rolle spielt bei den Liberty 5 Pro Max der von Anker entwickelte Thus-KI-Chip.
Anker beschreibt ihn als einen KI-Audiochip mit integriertem neuronalem Rechenspeicher. Laut Hersteller soll dadurch die Rechenleistung deutlich gesteigert werden, ohne dass die Verarbeitung ständig auf ein Smartphone oder eine Cloud ausgelagert werden muss.
Das klingt zunächst ziemlich technisch.
Für uns ist aber vor allem interessant, was am Ende dabei herauskommt.
Der Chip wird unter anderem für Geräuschunterdrückung, Sprachverarbeitung, Anrufqualität und KI-Funktionen eingesetzt.
Und gerade bei Telefonaten soll sich das bemerkbar machen.
Telefonieren in lauter Umgebung
Soundcore stattet die Liberty 5 Pro Max mit einem aufwendigen Mikrofonsystem aus.
Zum Einsatz kommen acht Mikrofone und zwei Knochenschallsensoren. Damit soll das System erkennen können, was tatsächlich die Stimme des Trägers ist und was nur störendes Umgebungsgeräusch darstellt.
Das ist vor allem dann interessant, wenn man nicht gerade in einem ruhigen Wohnzimmer telefoniert.
Auf der Straße, im Café, am Bahnhof oder auf einer Messe kann die Sprachqualität eines normalen Headsets schnell an ihre Grenzen kommen.
Soundcore hat hier ordentlich Technik hineingesteckt.
Interessant ist auch, dass das Liberty 5 Pro im April 2026 laut Soundcore einen Guinness-Weltrekord für die höchste objektiv gemessene Sprachqualität bei TWS-Kopfhörern erhalten hat. Das Liberty 5 Pro Max verwendet laut Soundcore dieselben Earbud-Einheiten und soll deshalb bei der Sprachqualität entsprechend davon profitieren.
Bluetooth 6.1 und drei Geräte gleichzeitig
Auch bei der Verbindung ist das Liberty 5 Pro Max auf dem aktuellen Stand.
Es unterstützt Bluetooth 6.1 und kann per Multipoint mit bis zu drei Geräten verbunden werden.
Das ist beispielsweise praktisch, wenn man gleichzeitig Smartphone, Notebook und Tablet verwendet.
Man sitzt am Notebook, bekommt einen Anruf auf dem Smartphone und möchte anschließend wieder am Notebook weiterarbeiten.
Das ständige manuelle Trennen und Neuverbinden soll damit weitgehend der Vergangenheit angehören.
Gerade für Menschen, die mehrere Geräte täglich verwenden, ist das eine Funktion, die man schnell zu schätzen weiß.
Auch bei der Sprachsteuerung geht einiges
Soundcore hat dem Liberty 5 Pro Max außerdem 20 integrierte Sprachbefehle spendiert.
Damit lassen sich beispielsweise Titel überspringen, die Lautstärke verändern oder Anrufe annehmen.
Die Sprachverarbeitung kann dabei direkt über die Kopfhörer erfolgen.
Das bedeutet: Man muss nicht jedes Mal das Smartphone in die Hand nehmen.
Auch das ist wieder so eine Funktion, die zunächst nach Spielerei klingt, im Alltag aber durchaus praktisch werden kann.
Akkulaufzeit
Natürlich darf bei einem modernen In-Ear die Akkulaufzeit nicht fehlen.
Soundcore gibt für die Ohrhörer bei ausgeschaltetem ANC bis zu 12 Stunden Wiedergabe an. Zusammen mit dem Ladecase sollen damit bis zu 50 Stunden möglich sein.

Bei eingeschaltetem ANC sind es laut Hersteller 6,5 Stunden beziehungsweise insgesamt 28 Stunden mit Ladecase.
Dabei muss man allerdings genau hinschauen.
Wer ANC, LDAC und weitere Funktionen gleichzeitig nutzt, kann deutlich weniger Laufzeit erreichen. In einem unabhängigen Test wurde beispielsweise bei aktiviertem LDAC und starkem Noise Cancelling eine deutlich kürzere Laufzeit gemessen.
Das ist kein ungewöhnliches Verhalten – maximale Akkulaufzeit und maximale Ausstattung gleichzeitig gibt es eben nicht kostenlos.
Und wenn der Akku doch einmal leer ist?
Hier hat Soundcore eine ziemlich praktische Schnellladefunktion eingebaut.
Fünf Minuten Ladezeit sollen für bis zu vier Stunden Wiedergabe reichen.
Gerade unterwegs kann das Gold wert sein.
Man stellt fest, dass die Kopfhörer fast leer sind, steckt sie kurz zum Laden ein und kann anschließend wieder mehrere Stunden Musik hören.

Das Ladecase selbst wird über USB-C geladen und unterstützt zusätzlich kabelloses magnetisches Laden.
Für Sport und Alltag geeignet
Die Earbuds besitzen eine IP55-Zertifizierung.
Damit sind sie gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Für Sport, Schweiß oder einen kurzen Regenschauer ist das entsprechend besser geeignet als ein völlig ungeschützter Kopfhörer.
Schwimmen sollte man damit natürlich trotzdem nicht.
Tragekomfort
Bei In-Ears ist eine technische Ausstattung von mehreren hundert Euro wenig wert, wenn die Kopfhörer nach einer halben Stunde unangenehm im Ohr sitzen.
Soundcore legt deshalb verschiedene Ohrpassstücke bei, damit die Liberty 5 Pro Max möglichst gut an unterschiedliche Ohren angepasst werden können.


Ein einzelner Earbud wiegt laut Hersteller nur etwa 5,5 Gramm.
Das ist ein guter Wert und trägt dazu bei, dass die Kopfhörer auch über längere Zeit angenehm getragen werden können.
Natürlich ist das Ohr bei jedem Menschen anders. Deshalb sollte man sich etwas Zeit nehmen und die verschiedenen Aufsätze ausprobieren.
Was uns besonders gefällt
Das Liberty 5 Pro Max ist ein interessantes Beispiel dafür, wie sich Kopfhörer gerade verändern.
Früher waren sie hauptsächlich dafür da, Musik abzuspielen.
Heute sind sie Kommunikationsgerät, Übersetzer, Diktiergerät, Sprachassistent und teilweise sogar kleiner persönlicher Computer.
Beim Liberty 5 Pro Max kommt mit dem Smart-Display-Case noch eine weitere Ebene dazu.
Man hat plötzlich einen kleinen Bildschirm dabei, ohne dass man dafür eine Smartwatch oder ein weiteres Gerät benötigt.
Und genau das macht das Liberty 5 Pro Max für uns interessant.
Aber nicht alles ist perfekt
Natürlich hat auch das Liberty 5 Pro Max seine Grenzen.
Der Funktionsumfang ist riesig und man muss sich zunächst etwas mit dem System beschäftigen.
Auch die KI-Funktionen sind nicht unbedingt alle dauerhaft kostenlos. Soundcore bietet beim KI-Notizassistenten ein begrenztes kostenloses Kontingent und anschließend kostenpflichtige beziehungsweise abonnementabhängige Optionen an. Laut Hersteller sind 120 Minuten KI-Transkription pro Monat für 24 Monate enthalten.
Das sollte man wissen, bevor man sich hauptsächlich wegen der KI-Funktionen für das Gerät entscheidet.
Auch bei der Akkulaufzeit gilt: Die maximalen Herstellerwerte erreicht man nicht mit sämtlichen Funktionen gleichzeitig.
Und natürlich bewegt sich der Liberty 5 Pro Max mit einem Preis von aktuell 249,99 Euro bereits klar im Premiumbereich.
Unser Eindruck von der IFA 2026
Wir haben auf der IFA 2026 schon viele Kopfhörer gesehen.
Beim Liberty 5 Pro Max sind wir aber tatsächlich etwas länger stehen geblieben.
Nicht nur wegen des Klangs und des Noise Cancelling.
Uns hat vor allem die Idee gefallen, aus dem Ladecase mehr zu machen als nur eine Batteriebox.
Display, Bedienung, KI-Notizassistent und Aufnahmefunktion machen aus dem Case ein eigenständiges kleines Werkzeug.
Gerade für uns als Media 2000, die regelmäßig auf Messen unterwegs sind, Interviews führen, Informationen sammeln und später daraus Berichte erstellen, ist das ein spannender Ansatz.
Und genau deshalb konnten wir uns auch vorstellen, das Liberty 5 Pro Max nach der IFA 2026 einmal selbst im Alltag zu testen.
Denn eines ist klar: Die technischen Möglichkeiten hören sich interessant an – entscheidend ist aber, wie gut sie im täglichen Einsatz funktionieren.
Unser vorläufiges Media-2000-Fazit
Das Soundcore Liberty 5 Pro Max ist kein einfacher Bluetooth-Kopfhörer.
Es ist ein ziemlich umfangreiches Technikpaket aus In-Ear-Kopfhörern, Smart-Display-Ladecase, Noise Cancelling, Sprachsteuerung, KI-Notizassistent und Aufnahmefunktion.
Dazu kommen Bluetooth 6.1, Multipoint für bis zu drei Geräte, LDAC, HearID 5.0, adaptive Geräuschunterdrückung, IP55, kabelloses Laden und eine Schnellladefunktion.
Besonders spannend finden wir das Zusammenspiel aus Kopfhörer und Smart Case.
Auf der IFA 2026 hat uns das Liberty 5 Pro Max deshalb nicht einfach nur als Kopfhörer interessiert, sondern als kleines mobiles Werkzeug.
Ob die vielen Funktionen im echten Alltag genauso gut funktionieren, wie es die technischen Daten versprechen, wollen wir natürlich noch genauer herausfinden.
Und genau deshalb freuen wir uns darauf, das Liberty 5 Pro Max nach unserem IFA-Besuch ausführlich selbst zu testen.
Denn manchmal findet man auf der IFA Produkte, bei denen man schon am Messestand denkt:
„Das müssen wir mitnehmen und ausprobieren.“
Beim Liberty 5 Pro Max war genau das der Fall.



