Die Umstellung der Telekom auf DNS-SRV-Einträge für SIP – einfach erklärt

Die Deutsche Telekom hat ihre VoIP-Infrastruktur modernisiert und nutzt für SIP-Verbindungen mittlerweile DNS-SRV-Einträge (Service Records). Diese Änderung betrifft alle Geräte und Telefonanlagen, die sich an der VoIP-Plattform der Telekom registrieren.

Um zu verstehen, warum diese Umstellung wichtig ist, lohnt sich zunächst ein Blick darauf, wie SIP bisher funktionierte.

Wie funktionierte SIP bisher?

Früher wurde in einer Telefonanlage oder einem SIP-Endgerät meist ein Server wie beispielsweise

tel.t-online.de

eingetragen.

Der SIP-Client fragte anschließend das DNS nach der IP-Adresse dieses Hostnamens und baute die Verbindung zu genau diesem Server auf – in der Regel über den bekannten SIP-Port 5060 oder 5061.

Das Verfahren war einfach, hatte jedoch einen entscheidenden Nachteil:

Der Server war weitgehend fest vorgegeben. Wollte der Anbieter den Datenverkehr auf andere Systeme verteilen oder einen Server austauschen, mussten die DNS-Einträge angepasst werden oder die Clients erneut verbunden werden. Für eine moderne, hochverfügbare Infrastruktur ist dieses Verfahren nur eingeschränkt geeignet.

Was sind DNS-SRV-Einträge?

Ein DNS-SRV-Eintrag erweitert die klassische DNS-Auflösung.

Während ein normaler DNS-Eintrag lediglich die IP-Adresse eines Servers liefert, enthält ein SRV-Eintrag zusätzliche Informationen darüber,

  • welcher Server für einen bestimmten Dienst zuständig ist,
  • welcher Port verwendet werden soll,
  • welche Priorität der Server besitzt,
  • und wie der Datenverkehr auf mehrere Server verteilt werden soll.

Der SIP-Client erhält dadurch nicht nur eine Zieladresse, sondern eine vollständige Beschreibung, wie der Dienst erreicht werden soll.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Statt einfach nur nach der IP-Adresse von tel.t-online.de zu fragen, sucht ein moderner SIP-Client zunächst nach einem speziellen SRV-Eintrag für den SIP-Dienst.

Das Ergebnis kann beispielsweise mehrere SIP-Server enthalten.

Der Client entscheidet anhand der Priorität und Gewichtung automatisch, welchen Server er verwendet.

Fällt dieser Server aus oder ist nicht erreichbar, kann automatisch auf einen anderen Server gewechselt werden – ganz ohne Änderungen an der Telefonanlage.

Warum stellt die Telekom auf DNS-SRV um?

Für einen großen Anbieter wie die Telekom bietet dieses Verfahren zahlreiche Vorteile.

Höhere Ausfallsicherheit

Fällt ein SIP-Server aus oder wird gewartet, können sich Endgeräte automatisch mit einem anderen Server verbinden.

Lastverteilung

Anstatt alle Kunden mit einem einzigen Server zu verbinden, kann die Telekom den SIP-Verkehr auf mehrere Systeme verteilen. Dadurch wird die Infrastruktur leistungsfähiger und stabiler.

Flexiblere Wartung

Server können aktualisiert oder ersetzt werden, ohne dass Kunden ihre Telefonanlagen neu konfigurieren müssen.

Zukunftssichere Infrastruktur

DNS-SRV ist seit vielen Jahren Bestandteil der SIP-Standards und wird von modernen SIP-Implementierungen unterstützt. Durch die Nutzung dieses Standards wird die Telekom-Infrastruktur flexibler und einfacher zu betreiben.

Was bedeutet das für Telefonanlagen?

Die eigentliche SIP-Konfiguration wird dadurch sogar einfacher.

Anstatt feste Server oder Ports vorzugeben, genügt es, den von der Telekom angegebenen Hostnamen zu verwenden. Die benötigten Serverinformationen werden anschließend automatisch über DNS ermittelt.

Wichtig ist dabei, dass die Telefonanlage die DNS-SRV-Auflösung unterstützt und diese nicht durch feste IP-Adressen oder manuell eingetragene Ports umgeht.

Fazit

Die Umstellung auf DNS-SRV verändert nicht das SIP-Protokoll selbst, sondern lediglich die Art und Weise, wie ein SIP-Client den richtigen Server findet.

Statt sich immer mit einem fest definierten Server zu verbinden, fragt der Client zunächst den DNS-Server nach den gültigen SIP-Zielen. Dadurch kann die Telekom den Datenverkehr dynamisch steuern, Lasten besser verteilen und bei Störungen automatisch auf andere Systeme umschalten. Für den Anwender bleibt dieser Vorgang im Idealfall unsichtbar. Voraussetzung ist lediglich, dass die eingesetzte Telefonanlage oder das SIP-Endgerät die DNS-SRV-Funktion unterstützt und entsprechend konfiguriert ist.


NEWS

Hier findest du immer unsere aktuellsten letzten 3 News

  • IFA 2026 startet in einem Monat

    Am 04.09.2026 um 12:00 Uhr öffnen sich die Tore der Messehallen unter dem Funkturm in Berlin zur Internationalen Funkausstellung 2026 für alle Besucher. Bereits ab…

  • Smart Country Convention 2026 (SCCON 2026)

    Es ist wieder soweit vom 13. bis 15. Oktober 2026 findet wieder die Smart Country Convention in Berlin unter dem Funkturm statt. Tickets sind ebenfalls…

  • Vorankündigung InnoTrans 2026

    Vom 22. bis 25. September 2026 findet wieder die InnoTrans auf dem Messegelände in Berlin statt. Es gibt auch bereits Tickets zur kaufen. In diesem…