SwissMicros DM32 – Ein wissenschaftlicher Taschenrechner der Extraklasse

SwissMicros DM32

Einleitung

Wissenschaftliche Taschenrechner gehören trotz Smartphone und Computer noch lange nicht zum alten Eisen. Gerade Ingenieure, Techniker, Mathematiker, Informatiker, Physiker oder Funkamateure wissen die Vorteile eines spezialisierten Rechners zu schätzen. Während Apps zwar viele Funktionen bieten, überzeugen dedizierte Taschenrechner durch ihre Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und ihre jederzeit verfügbare Bedienung.

Mit dem SwissMicros DM32 hat der Schweizer Hersteller einen wissenschaftlichen Taschenrechner entwickelt, der sich deutlich von den bekannten Geräten der großen Hersteller unterscheidet. Er orientiert sich an der Philosophie des legendären HP-32SII und verbindet dessen bewährtes Bedienkonzept mit moderner Hardware. Das Ergebnis ist ein äußerst leistungsfähiger Rechner für anspruchsvolle Anwender.

Wir vom Media 2000 Computer Club haben den SwissMicros DM32 ausführlich getestet und möchten unsere Eindrücke in diesem Bericht vorstellen.


Hochwertige Verarbeitung

Bereits beim ersten Auspacken wird deutlich, dass der DM32 kein gewöhnlicher Taschenrechner ist. Das Gehäuse besteht aus hochwertigem Edelstahl und vermittelt sofort einen äußerst robusten Eindruck. Der Rechner liegt angenehm in der Hand und besitzt ein Gewicht, das Vertrauen in die Verarbeitung schafft.

Sämtliche Tasten sitzen sauber im Gehäuse und besitzen einen klar definierten Druckpunkt. Wer täglich viele Berechnungen durchführt, wird diese präzise Tastatur schnell zu schätzen wissen. Fehlbedienungen treten kaum auf und auch längere Eingaben lassen sich angenehm durchführen.

Die hochwertige Verarbeitung zieht sich durch das gesamte Gerät. Es gibt keine scharfen Kanten, keine klappernden Bauteile und keine sichtbaren Schwächen bei der Materialqualität. Der DM32 wirkt wie ein Werkzeug, das viele Jahre zuverlässig seinen Dienst verrichten wird.


Das Display

Auch das Display gehört zu den Highlights des DM32. Zum Einsatz kommt ein hochauflösendes Memory-LCD mit einer Auflösung von 400 × 240 Pixeln. Im Vergleich zu vielen herkömmlichen LCD-Displays bietet es einen ausgezeichneten Kontrast und bleibt selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar.

Gerade im Außeneinsatz – beispielsweise auf Baustellen, im Labor oder beim Amateurfunk – ist dies ein großer Vorteil. Gleichzeitig benötigt das Display nur sehr wenig Energie und trägt somit erheblich zur langen Batterielaufzeit bei.

Die Darstellung wirkt gestochen scharf. Menüs, Programme und mathematische Ausdrücke lassen sich jederzeit problemlos erkennen.


Stromversorgung

Ein Punkt, der häufig falsch beschrieben wird, ist die Stromversorgung des DM32.

Der Taschenrechner besitzt keinen integrierten Akku. Stattdessen arbeitet er mit einer 3-Volt-Lithium-Knopfzelle des Typs CR2032. Diese Batterie ist weltweit erhältlich und kann innerhalb weniger Sekunden ausgetauscht werden.

Da der Energieverbrauch des Rechners äußerst gering ist, hält eine CR2032 je nach Nutzung oft mehrere Jahre. Dadurch entfällt das regelmäßige Aufladen eines Akkus vollständig.

Der vorhandene USB-C-Anschluss dient ausschließlich der Datenübertragung. Über ihn können Firmware-Updates installiert oder Programme und Speicherstände gesichert werden. Eine Ladefunktion besitzt der DM32 nicht.


Moderne Hardware

Obwohl der DM32 optisch an klassische Taschenrechner erinnert, arbeitet im Inneren moderne Technik.

Ein leistungsfähiger ARM-Cortex-M4-Prozessor sorgt dafür, dass sämtliche Berechnungen nahezu ohne Verzögerung durchgeführt werden. Selbst umfangreiche mathematische Funktionen oder größere Programme werden in kürzester Zeit ausgeführt.

Besonders beeindruckend ist die hohe interne Rechengenauigkeit. Der DM32 arbeitet mit einer 34-stelligen BCD-Präzision, wodurch Rundungsfehler deutlich reduziert werden. Gerade bei langen Berechnungsketten macht sich diese hohe Genauigkeit bemerkbar.


Reverse Polish Notation (RPN)

Die wohl bekannteste Besonderheit des DM32 ist die Unterstützung der Reverse Polish Notation, kurz RPN.

Viele Anwender kennen ausschließlich die klassische algebraische Eingabe, bei der mathematische Ausdrücke inklusive Klammern eingegeben werden.

Ein Beispiel:

(12 + 8) × 5

Auf einem klassischen Taschenrechner müssen hierfür Klammern verwendet werden.

Der DM32 arbeitet dagegen mit einem sogenannten Stack. Die Eingabe erfolgt in der Reihenfolge der Operanden:

12 ENTER

8 +

5 ×

Das Ergebnis erscheint unmittelbar.

Der große Vorteil besteht darin, dass praktisch keine Klammern benötigt werden. Dadurch werden viele Berechnungen übersichtlicher und schneller.


Wie funktioniert der Stack?

Der Stack ist das Herzstück der Reverse Polish Notation.

Man kann ihn sich wie einen Stapel vorstellen.

Jede eingegebene Zahl wird oben auf diesen Stapel gelegt.

Ein einfaches Beispiel:

8 ENTER

3 +

Ergebnis: 11

Etwas umfangreicher:

15 ENTER

7 –

3 ×

Ergebnis: 24

Gerade bei längeren Berechnungen zeigt sich die Stärke dieser Arbeitsweise. Während bei klassischen Taschenrechnern ständig Klammern gesetzt werden müssen, arbeitet der DM32 nahezu ohne Unterbrechung.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit geht diese Art der Eingabe erstaunlich schnell von der Hand. Viele langjährige HP-Anwender möchten anschließend nicht mehr zur klassischen Eingabemethode zurückkehren.


Klassische algebraische Eingabe

Wer sich mit RPN zunächst nicht anfreunden kann, muss auf den DM32 dennoch nicht verzichten.

Der Rechner unterstützt zusätzlich die klassische algebraische Eingabe. Somit kann jeder Anwender selbst entscheiden, welche Eingabemethode besser zur eigenen Arbeitsweise passt.

Gerade Einsteiger können zunächst mit der gewohnten Bedienung beginnen und später problemlos auf RPN umsteigen.


Umfangreiche mathematische Funktionen

Der Funktionsumfang des DM32 lässt kaum Wünsche offen.

Unter anderem bietet der Rechner:

  • Grundrechenarten
  • Trigonometrie
  • Hyperbelfunktionen
  • Logarithmen
  • Exponentialfunktionen
  • Fakultäten
  • Permutationen und Kombinationen
  • Matrizen
  • Vektorrechnung
  • Statistik
  • Lineare Regression
  • Numerische Integration
  • Gleichungslöser (Solver)
  • Nullstellensuche
  • Komplexe Zahlen
  • Bruchrechnung
  • Polar- und Kartesische Koordinaten
  • Zahlensysteme
  • Umfangreiche Speicherfunktionen

Damit eignet sich der DM32 gleichermaßen für Studium, Beruf und anspruchsvolle Hobbyanwender.


Programmierbarkeit

Eine der größten Stärken des DM32 ist seine integrierte Programmiersprache.

Eigene Programme lassen sich direkt auf dem Taschenrechner erstellen und dauerhaft speichern.

Unterstützt werden unter anderem:

  • Bedingungen
  • Schleifen
  • Sprungbefehle
  • Unterprogramme
  • Variablen
  • mathematische Funktionen

Dadurch können wiederkehrende Berechnungen vollständig automatisiert werden.

Elektroniker können beispielsweise Programme für das Ohmsche Gesetz oder Spannungsteiler erstellen.

Funkamateure programmieren Antennenberechnungen, Dezibel-Umrechnungen oder Resonanzfrequenzen.

Auch Ingenieure profitieren von der Möglichkeit, komplexe Berechnungen dauerhaft im Rechner zu speichern.


Einsatzgebiete

Der DM32 richtet sich an eine breite Zielgruppe.

Besonders geeignet ist er für:

  • Ingenieure
  • Elektroniker
  • Mathematiker
  • Physiker
  • Informatiker
  • Studierende
  • Lehrer
  • Funkamateure
  • Entwickler

Gerade technische Berufe profitieren von der hohen Geschwindigkeit und der enormen Genauigkeit des Rechners.


Datensicherung und Firmware

Über den USB-C-Anschluss können Programme und Speicherstände auf einem Computer gesichert werden.

Ebenso lassen sich Firmware-Updates installieren.

Die Firmware basiert auf dem bekannten WP32-Projekt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Dadurch erhält der Rechner regelmäßig Verbesserungen und neue Funktionen.


Vorteile

Der SwissMicros DM32 überzeugt in nahezu allen Bereichen.

Besonders gefallen haben uns:

  • hervorragende Verarbeitung
  • massives Edelstahlgehäuse
  • präzise Tastatur
  • kontrastreiches Memory-LCD
  • ausgezeichnete Ablesbarkeit
  • Reverse Polish Notation (RPN)
  • klassische algebraische Eingabe
  • sehr hohe Rechengeschwindigkeit
  • 34-stellige BCD-Präzision
  • umfangreiche mathematische Funktionen
  • integrierter Solver
  • numerische Integration
  • Statistik
  • Matrizen
  • Programmierbarkeit
  • USB-C für Firmware und Datensicherung
  • lange Batterielaufzeit durch CR2032-Knopfzelle

Gibt es auch Nachteile?

Natürlich besitzt auch der DM32 einige Punkte, die erwähnt werden sollten.

Die Reverse Polish Notation erfordert zunächst etwas Einarbeitung. Wer bisher ausschließlich klassische Taschenrechner verwendet hat, benötigt einige Zeit, um sich an das Stack-Prinzip zu gewöhnen.

Auch der Anschaffungspreis liegt deutlich über dem vieler Standard-Taschenrechner. Betrachtet man jedoch die hochwertige Verarbeitung, die umfangreichen Funktionen und die lange Lebensdauer, relativiert sich dieser Preis schnell.

Da SwissMicros ein vergleichsweise kleiner Hersteller ist, existieren außerdem weniger deutschsprachige Anleitungen als bei Casio oder Texas Instruments. Die internationale Community ist jedoch sehr aktiv und stellt zahlreiche Programme sowie Hilfestellungen zur Verfügung.


Fazit

Mit dem SwissMicros DM32 ist es gelungen, die legendäre Bedienphilosophie klassischer Hewlett-Packard-Taschenrechner mit moderner Technik zu verbinden. Der Rechner richtet sich nicht an Gelegenheitsnutzer, sondern an Menschen, die täglich mit Mathematik, Technik oder Naturwissenschaften arbeiten und ein zuverlässiges Werkzeug suchen.

Besonders beeindruckt haben uns die außergewöhnlich hochwertige Verarbeitung, das kontrastreiche Memory-LCD, die präzise Tastatur und die enorme Rechengeschwindigkeit. Die Möglichkeit, sowohl die klassische algebraische Eingabe als auch die Reverse Polish Notation (RPN) zu verwenden, macht den DM32 sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene HP-Anwender interessant.

Ein weiterer Pluspunkt ist die sparsame Stromversorgung über eine CR2032-Knopfzelle mit 3 Volt, die den Rechner über einen sehr langen Zeitraum zuverlässig mit Energie versorgt. Der USB-C-Anschluss dient ausschließlich der Datenübertragung, beispielsweise für Firmware-Updates oder die Sicherung von Programmen und Speicherständen.

Aus Sicht des Media 2000 Computer Clubs gehört der SwissMicros DM32 zu den interessantesten wissenschaftlichen Taschenrechnern auf dem Markt. Er kombiniert klassische Bedienkonzepte mit moderner Hardware und bietet eine außergewöhnliche Präzision sowie einen enormen Funktionsumfang. Wer bereit ist, sich mit den Möglichkeiten des Rechners auseinanderzusetzen, erhält ein Werkzeug, das weit über die Fähigkeiten eines gewöhnlichen wissenschaftlichen Taschenrechners hinausgeht und über viele Jahre ein zuverlässiger Begleiter im Studium, Beruf oder Hobby sein wird.

Unser Gesamteindruck fällt daher durchweg positiv aus. Der SwissMicros DM32 ist kein Massenprodukt, sondern ein Spezialwerkzeug für anspruchsvolle Anwender – und genau darin liegt seine besondere Stärke.


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